Null-Emissions-Gemeinde


Bürgermeister Patrik Lauer und Prof. Peter Heck (IfaS) bei der Übergabe des Zuschussbescheides durch Staatssekretärin Astrid Klug

Als erste Kommune des Saarlandes erarbeitet die Gemeinde Nalbach in Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umweltcampus Birkenfeld ein kommunales Klimaschutzkonzept (Null-Emissions-Gemeinde Nalbach).

Hier soll ein Weg gezeigt werden, wie sich die Gemeinde Nalbach möglichst zu 100% aus den regionalen Potentialen nachhaltig und klimaverträglich mit Energie versorgen kann. Die Idee ist, Nalbach zu einer Referenzgemeinde für nachhaltiges Wirtschaften zu entwickeln, mit CO2-bilanzneutraler Energieerzeugung im Wärme- und Strombereich als zentralem Erfolgsmaßstab. Der Grundansatz ist hierbei eine Energieversorgung, die Klimaschutz und regionale Wertschöpfung miteinander vereint. Das ambitionierte Ziel, das sich die Gemeinde gesetzt hat lautet: Reduktion der CO2-Emission um 50% bis 2020 und langfristige Reduktion um 100%.


Für ihre herausragenden Bemühungen um den kommunalen Klimaschutz  wurde die Gemeinde vom Bundesumweltministerium belohnt, in dem ihr Anfang 2009 ein Zuschuss zur Erstellung dieses Klimaschutzkonzeptes in Höhe von 153.000,-  € bewilligt wurde.


Zur Energiegewinnung soll idealerweise ein Mix aller erneuerbaren Energien (Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Solarenergie) eingesetzt werden. Im Rahmen der Konzepterstellung werden die in der Gemeinde vorhandenen Potentiale ermittelt und ein Masterplan für ihre nachhaltige Nutzung erstellt.
Neben den Aspekten des Klimaschutzes geht es auch um die Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen. Hierbei sollen nur solche Vorschläge realisiert werden, die sich auch wirtschaftlich sinnvoll darstellen lassen. So kann auch die Summe kleinerer Maßnahmen (z.B. Austausch von alten Heizungspumpen durch drehzahlregulierte Hochleistungspumpen) eine erhebliche Wirkung entfalten.

 Erste Projekte befinden sich bereits in der Umsetzung. So wird zum Beispiel die Wärmeversorgung des neuen Rathauses der Gemeinde über eine Holzhackschnitzelanlage sichergestellt werden. Auch die dem neuen Rathaus nahegelegenen Gebäude, wie beispielsweise der Kindergarten, die Litermonthalle und die Erweiterte Realschule sollen in das geplante Nahwärmenetz integriert werden. Dies schont zum einen Ressourcen durch kurze Transportwege und bietet zum anderen die Möglichkeit zur CO2-bilanzneutralen Wärmeversorgung des Rathauses.

Für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde steht ein Energieberaternetzwerk zur Information und Beratung zur Verfügung. Dieses besteht aus lokalen Energieberatern, die in einem monatlichen Turnus Fachvorträge, gekoppelt an unentgeltliche Beratungsstunden, in einem eigens dafür eingerichteten Energiekontor anbieten.


Neben vielfältigen Aktivitäten um das Thema Solar, wie beispielsweise dem „Aktionstag Sonne“, wurde eine Photovoltaik-Broschüre entwickelt, die umfassend zum Thema Energiegewinnung aus Sonnenenergie auf privaten Dachflächen informiert. Sie ist gegen eine Schutzgebühr von 2,00 € in allen Bankfilialen innerhalb der Gemeinde sowie dem Bürgerbüro des Rathauses erhältlich.